Neurofeedback

Was ist Neurofeedback?

Beim Neurofeedback werden – ähnlich wie bei einem herkömmlichen EEG – Gehirnwellen abgeleitet und sichtbar gemacht.

Im Rahmen eines standardisierten Testes lässt sich erkennen, ob das Gehirn in der Lage ist, je nach Aufgabenstellungen, differenziert zu takten.

Konkret bedeutet dies, zu schauen, ob es Unterschiede zwischen den Gehirnwellen im „Ruhezustand“, also ohne Aufmerksamkeits-erfordernis, und bei Konzentrationsleistungen gibt.

Für wen ist Neurofeedback sinnvoll?

Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Konzentrationsproblemen, die nicht nur im Rahmen eigener Empfindungen, herkömmlicher Konzentrations-/Intelligenztests und der Beschreibung ihrer Bezugspersonen/Lehrer, sondern auch bei einer EEG-Neurofeedback-Diagnostik Auffälligkeiten im EEG zeigen.

„Auffällig“ bedeutet bei Menschen mit einer ADS das vermehrte Auftreten hoher, langsamer Gehirnwellen, die dazu führen, dass eine kontinuierliche Aufmerksamkeitsleistung nicht erbracht werden kann, bzw. bei Menschen mit einer AD(H)S, zu rasche Gehirnwellen aus verschiedenen Gehirnbereichen, die eine ständige motorische wie geistige Unruhe reflektieren.

Wie wird trainiert?

Das Neurofeedback ist eine verhaltenstherapeutische Intervention und basiert auf den Konzepten des klassischen und operanten Konditionierens.

Sind die Gehirnwellenfrequenzen identifiziert, die für Aufmerksamkeits- und Lernprozesse wesentliche Voraussetzung sind, wird – gemeinsam mit dem Trainierenden – ein sehr positiver Stimulus in Form einer Musik, einer Animation oder eines Videos gewählt und auf einem Trainingsmonitor präsentiert.

Der gewählte Stimulus „läuft“ nur, wenn die mit ihm gekoppelten Gehirnwellen, die während des gesamten Trainings immer in Echtzeit abgeleitet werden, die „richtige“ Frequenz zeigen und das positive Feedback „stoppt“, wenn das Gehirn die „falschen“ Frequenzen wählt.

Dies ist für den Übenden zunächst nicht willentlich steuerbar, sondern das Gehirn sucht selbsttätig, ähnlich einem Suchlauf im Radio, die Frequenz, die zu einem positiven Feedback führt.

Die Konditionierung erfolgt auf den selbst gewählten positiven Stimulus, zunächst unwillkürlich, im Verlaufe des Trainings werden jedoch durch Transferübungen selbstwirksame Methoden eingeübt, das Gehirn in einen aufmerksamen und ruhigen Modus zu überführen, so dass zunehmend die Fähigkeit zu einer kontinuierlichen Konzentrationsleistung entsteht.

Ist ein Neurofeedbacktraining eine hinreichende Maßnahme bei Aufmerksamkeitsstörungen?

Nein, das Neurofeedbacktraining schafft primär die Voraussetzung, Konzentrationsleistungen zu erbringen, ohne dass auf Stimulanzien zurückgegriffen werden muss. Anders als bei den gängigen Präparaten, wird die Entwicklung des Gehirns in Richtung Aufmerksamkeit trainiert und nicht medikamentös beeinflusst, welches nicht nur unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen kann, sondern auch keinen Lerneffekt für das Gehirn initiiert.

Stimulanzien sind nur solange wirksam, wie man sie nimmt, das Neurofeedbacktraining verbessert jedoch stabil die Fähigkeit des Gehirns sich zu konzentrieren und der Trainierende lernt, selbstwirksam in seinen Aufmerksamkeitsprozess einzugreifen.

Das Neurofeedbacktraining schafft damit primär die physiologische Voraussetzung für erfolgreiche Aufmerksamkeits- und Lernprozesse, ein strukturiertes Lerntraining und/oder Fachnachhilfe, um bislang verpasste Lerninhalte aufzuarbeiten, muss jedoch im Nachgang meist erfolgen.

Bei Kinder und Jugendlichen mit einer AD(H)S dient das Neurofeedbacktraining dazu, ein anschließendes Lerntraining deutlich zu befördern und teilweise erst möglich zu machen.

Für wen ist ein Neurofeedbacktraining sinnvoll?

Wesentlich ist, dass im Rahmen einer EEG-Neurofeedbackdiagnostik tatsächlich eine Aufmerksamkeitsstörung sichtbar geworden ist.

Nicht immer liegt eine AD(H)S zugrunde, wenn Kinder und Jugendliche den schulischen Leistungen nicht gewachsen zu sein scheinen.

Angststörungen, aber auch depressive Verstimmungen, die durch massiv schlechte Lernerfahrungen oder stressreiche familiäre Situationen entstanden sind, können ebenso Grund für Aufmerksamkeitsprobleme sein.

Wird dies in der Anamnese und der EEG-Diagnostik deutlich, können ein anderes Neurofeedbacktraining oder weitere verhaltenstherapeutische Maßnahmen sinnvoll sein, die im Rahmen der Leistungen des Bonner Lerninstitutes oder in Kooperation mit anderen therapeutisch tätigen Kollegen erfolgen.

Räumliche Voraussetzungen für die Neurofeedbackdiagnostik und das Training

Wichtige Voraussetzungen für eine professionelle Ableitung der Gehirnströme sind nicht nur medizintechnisch geprüfte Geräte, sondern auch weitgehend abgeschirmte und ruhig gelegene Räumlichkeiten, da insbesondere Mobilfunk, aber auch Strahlung von Kabeln und Monitoren oder Lichtquellen, ein EEG beeinflussen bzw. verunreinigen, so dass sowohl die Neurofeedbackdiagnostik als auch das Training in den dafür geeigneten Räumen in Bonn Duisdorf in der Praxis für Bio- und Neurofeedback stattfindet und nicht in den Räumen des Bonner Lerninstituts.

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