Rechenschwäche vermeiden – Rechnen lernen

Rechenschwäche vermeiden – Rechnen lernen

Der richtige Rechenweg und ausreichende Wiederholung beugt Rechenschwäche / Dyskalkulie vor

Rechnet Ihr Kind ungerne oder fällt es ihm schwer, die richtigen Ergebnisse zügig aufzusagen? Wir wollen Ihnen erläutern, wie sicheres Rechnen leicht zu erlernen ist, damit sich eine Rechenschwäche gar nicht erst entwickelt.

Es gibt sicherlich verschiedene Möglichkeiten, das Ergebnis einer Rechenaufgabe zu erreichen. Der von uns empfohlene Rechenweg ist jedoch besonders hilfreich bei Kindern, die sich mit dem Rechnen schwer tun. Auch Kinder mit einer Konzentrationsschwäche profitieren von unserem systematisch aufgebauten Rechentraining. Unsere Empfehlungen helfen, einer Rechenschwäche vorzubeugen und eine solide Rechenfähigkeit zu erreichen.

Wir zeigen im Folgenden die Teilschritte des Rechnens auf und stellen Lernmaterial zum kostenlosen Download zur Verfügung. Wenn Sie bei Ihrem Kind bereits eine Rechenschwäche vermuten, prüfen Sie zunächst, ob das Kind im Zahlenraum zwischen 0 und 10 noch mit den Fingern rechnet und ob es eine gute Vorstellung von Zahlen, Mengen und eine gute Orientierung im Zahlenraum 1 bis 10 hat.
Tipp: Sie sollten Ihrem Kind niemals das Heranziehen der Finger oder anderer Hilfsmittel verbieten. Durch eine ausreichende und individuell angepasste Wiederholung gewinnt Ihr Kind die nötige Sicherheit, so dass es Hilfsmittel schließlich von ganz alleine weglassen wird. Eine Rechenschwäche entsteht häufig nur, weil der Lernstoff im Unterricht zu schnell voranschreitet und die einzelnen Rechenschritte zu wenig wiederholt werden.

Rechnen (Addition und Subtraktion) innerhalb des ersten 10ers – die Basis

Das Rechnen wird nicht vordergründig über das Verständnis und das Herleiten verschiedener Rechenwege ermöglicht, sondern vielmehr über den Aufbau von Automatismen.

  • Damit Ihr Kind sicher Rechnen lernen bzw. sich komplexere Rechenwege erschließen kann, benötigt es im ersten 10er so viele Wiederholungen wie notwendig, damit die Aufgaben der Subtraktion und Addition im Zahlenraum bis 10 automatisiert gelöst werden. Sie erkennen diesen Automatismus daran, dass Ihr Kind von sich aus keine zusätzlichen Hilfsmittel, wie z. B. die Finger, mehr benötigt.
  • Das Kind sollte zudem in der Lage sein, von jeder Zahl die fehlende Menge bis 10 zu nennen, ohne darüber nachzudenken. Frage: Wie viel fehlt dir von der 4 bis zur 10?

Beide Fähigkeiten müssen absolut automatisiert sein, ehe mit dem Zehnersprung begonnen werden kann!

Der 10er-Sprung (Addition)

  • Beim 10er-Sprung rechnet das Kind zunächst bis 10 und addiert anschließend den Rest.
  • Bei der Aufgabe 7 + 8 sollte Ihr Kind folgendermaßen vorgehen: Von der 7 bis zur 10 fehlen 3, dann bleiben mir von der 8, die ich addieren möchte, noch 5, die ich noch addieren muss (Zwischenschritt), 10 plus 5 gleich 15.
    7 + 8 =   ?
    7 + 3 = 10
    8 – 3 =   5 (Zwischenschritt)
    10 + 5 = 15

Damit Ihr Kind diese Aufgabe zügig lösen kann, ist es wichtig, die Addition und Subtraktion im ersten 10er  automatisiert zu beherrschen (s.o.). Stellen Sie so viele Aufgaben des 10er-Sprungs, bis Ihr Kind diese sehr schnell und ohne Aufwand bewältigen kann, ehe Sie zur nächsten Rechenstufe wechseln.

Der 10er-Sprung (Subtraktion)

  • Auch hier sollte das Kind zunächst bis zum 10er rechnen und anschließend den Rest vom 10er abziehen.
  • Bei der Aufgabe 15 – 8 sollte Ihr Kind folgendermaßen vorgehen: 15 – 5 sind 10, dann bleiben von der 8, die ich subtrahieren möchte, noch 3, die ich noch subtrahieren muss (Zwischenschritt), 10 minus 3 gleich 7.
    15 – 8 =   ?
    15 – 5 = 10
      8 – 5 =  3 (Zwischenschritt)
    10 – 3 =  7

Erst, wenn Ihr Kind einen Teilschritt im Kopf und nicht nur auf dem Papier sicher beherrscht, darf es zum nächsten Schwierigkeitsgrad wechseln. Damit Ihr Kind die Lust am Lernen nicht verliert, sollten die gewählten Aufgaben nicht schwer fallen, vielmehr sollten sie als angenehm und gut lösbar empfunden werden. Aufgaben können so also niemals schwer werden, außer Sie sind mit Ihren Anforderungen und Aufgabenstellungen zu schnell oder Ihre Erwartungen sind zu hoch.

Lernmaterial Addition und Subtraktion mit und ohne Zehnersprung bis 10, 100 und 1000

Wir haben für Ihr Kind Arbeitsblätter zum Ausdrucken vorbereitet, die Ihnen kostenlos zur Verfügung stehen.

Wenn Ihr Kind die Aufgabenblätter einer Lernstufe durchgearbeitet hat, ohne den nötigen Automatismus für die nächste Stufe erreicht zu haben, sollte es die Aufgaben noch einmal wiederholen. Drucken Sie die Blätter nach Bedarf häufiger aus – und belohnen Sie Ihr Kind für seine tolle Anstrengungsbereitschaft. Lesen Sie in diesem Zusammenhang bitte unseren Hinweis zum Thema Loben.

Die Rechen-App zur Vorbeugung einer Rechenschwäche (Dyskalkulie)

Unsere App „Sicher Rechnen Lernen“

Rechen-App „Sicher Rechnen Lernen“

Auf Basis der oben beschriebenen Verfahrensweise haben wir die Rechen-App „Sicher Rechnen Lernen“ entwickelt, die Ihr Kind bei seiner ganz persönlichen Rechenleistung abholt und sich im weiteren Verlauf seiner spezifischen Entwicklung anpasst. Aufgaben werden so oft wiederholt, bis sie problemlos gelöst werden können.
Die Rechen-App können Sie im play-store kostenlos downloaden. Ihr Kind wird mit der leichten Anwendung schnell zurechtkommen und mit viel Spaß und vor allem mit viel Lob und positiver Ansprache seine Rechenfähigkeiten steigern und festigen. Mehr dazu

Automatisieren braucht Wiederholung – ein Selbstversuch

Bis sich ein Rechenergebnis so verfestigt hat, dass wir es ohne Mühe abrufen können, müssen wir eine Aufgabe viele Male wiederholen. Wie häufig, das können Sie an einem Selbstversuch testen:

Die Aufgabe 6 mal 18 rechnen Sie in der Regel wahrscheinlich „6 mal 10“ und „6 mal 8“, um anschließend beide Ergebnisse zu addieren. Nun sollen Sie aber „6 x 18 = 108“ sagen können, ohne zu rechnen. Und dies bei jedem Ergebnis der 18er-Reihe!

Prüfen Sie, wie viele Wiederholungen Sie für jede Aufgabe benötigen. Erstellen Sie eine Strichliste und zählen Sie jede notwendige Wiederholung. Sie werden sehen, dass es gar nicht so einfach ist.
Nach diesem Selbsversucht können Sie sicher nachempfinden, wie schwer es für ihr Kind ist, die Basisfertigkeiten des Rechnens zu erlernen und zu festigen.

Lob für positives Lernverhalten

Belohnen Sie nicht nur guten Leistungen oder Noten, sondern belohnen Sie vor allem und besonders deutlich gutes Lernverhalten. Denn gute Noten sind letztlich nur das Ergebnis guter Anstrengungsbereitschaft und Aufmerksamkeit und damit eines positiven Lernverhaltens.

Wenn die Leistungsbereitschaft von der Bezugsperson bewusst wahrgenommen und belohnt wird, profitieren davon auch die Kinder, die sich mit guten Leitungen und Noten schwer tun, und die umsomehr auf Lob und ein positives Lerngefühl angewiesen sind.

Sollte Ihr Kind oder Ihr Schüler dennoch die Lernbereitschaft verweigern, liegt wohlmöglich eine Lernstörung vor, vielleicht aufgrund zu vieler negativer Erfahrungen. Durch gezielte Maßnahmen sind die Verhaltenstrainer des Bonner Lerninstituts in der Lage, den Schüler aus dieser frustrierenden Situation herauszuführen.
Sprechen Sie uns an. Eine Lernstörung ist für gewöhnlich gut zu beheben, wenn Eltern und/oder Lehrer, Trainer und Kind vertrauensvoll zusammen arbeiten.

Ein gezieltes Lerntraining zur Auflösung einer bereits entstandenen Rechenschwäche erhalten Sie bei uns im Bonner Lerninstitut. Wir analysieren mittels Videoaufzeichnungen das spezifische Lernverhalten Ihres Kindes und passen die notwendigen Lerntechniken individuell an.

Mit uns können Sie rechnen: Die Kosten aller unserer Angebote finden Sie hier.

Ihr Team vom Bonner Lerninstitut

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